500 Jahre „Wurster Willkür“ (11. Juli 2008)   Am 13. Juli 1508 wurde an der Thingstätte Sievershamm friesisches Landrecht beschlossen

Vor 500 Jahren beschlossen die Vertreter des Landes Wursten (heute Landkreis Cuxhaven) an der Thingstätte Sievershamm die „Wurster Willkür“. Die kleine Bauernrepublik gab sich damit ein für die damalige Zeit modernes Landrecht, das in wichtigen Teilen inhaltlich auch noch unsere heutigen Rechtsgrundlagen prägt.   Daran erinnert das Friesische Forum mit Sitz in Ostfriesland. In einer Pressemitteilung wird der Ortsheimatpfleger von Misselwarden, Wolfgang Duensing, zitiert: „An der deutschen Nordseeküste gab es einstmals die Sieben Seelande der Friesen. Das östlichste davon war das Land Wursten. Die Friesen, die ihre Freiheit auf Karl den Großen zurückführten, hatten auch hier – genossenschaftlich organisiert – Wurten aufgeschichtet, Teildeiche und - um 1200 - die erste durchgezogene Deichlinie errichtet. Damit hatten sie zugleich große Flächen ihrer autonomen, urdemokratischen Bauernrepublik dem Meere abgerungen. Für die notwendige Ordnung sorgte uraltes, friesisches Recht ( z.B. das Rüstringer Recht ), die Wurtfriesen schlossen Verträge mit fremden Mächten – insbesondere mit den Städten Bremen und Hamburg – und gelangten zu relativem Wohlstand.“   Ähnlich wie beim Upstalsboom bei Aurich, wo im Mittelalter die Sieben Seelande für ganz Friesland von der Flie bis zur Weser Frieden schlossen und Vereinbarungen trafen, ging es damals in Sievershamm zu: „Alle Entscheidungen dieses kleinen Staatswesens wurden unter freiem Himmel auf der alten Thingstätte am Sievershamm durch ein Bauernparlament getroffen. Dieses bestand aus 18 Bevollmächtigten – 2 aus jedem der 9 Kirchspiele -, und aus 16 Ratgebern – Senatoren oder Ministern nicht unähnlich.“   Die Wurster Willkür enthielt schon Tatbestände, die heute im Strafgesetzbuch (StGB) und im Bürgerlichen Gesetzbuch ( BGB ) geregelt sind. Um das Land zu befrieden, wurden die Rechtsbegriffe Hussfrede, Landfrede und Hoffrede eingeführt. Geradezu revolutionär ist der Rechtsgrundsatz im Artikel 7: „Schall sick ein jeder fredelick holden, wor he geit edder steiht in solkem frede.“  Somit wurde verlangt, dass sich jeder in diesem (damit endlich durchgesetzten) Frieden friedlich verhalten soll – wo er geht und steht.   Fortschrittlich war ebenfalls – es handelt sich ja immerhin um die Zeit des ausgehenden Mittelalters –, dass bei der Ahndung von Totschlagsdelikten nicht mehr zwischen Männern und Frauen unterschieden wurde. Außerdem wurden keine Standesunterschiede gemacht – eine Leibeigenschaft gab es bei den Friesen ohnehin nie. Auch wer eine Frau erschlagen hatte, musste nun das volle „Manns“- oder „Wehrgeld“ ( 400 Friesische Mark ) als Entschädigung an die Hinterbliebenen zahlen. Für den Gegenwert erhielt man damals immerhin bis zu 20 Reitpferde. Obendrein, da man ja auch den Haus-, Land- oder Hoffrieden gebrochen hatte, wurde noch ein „Bruchgeld“ in Höhe von 80 Gulden an die Obrigkeit – an die 16 Ratgeber - fällig.   Geregelt wurden u.a. auch Körperverletzungen ( Artikel 3 ), Eigentumsdelikte (Artikel 12) und sogar die „Üble Nachrede“ im Artikel 19: Das überführte „Schandmaul“ musste auf dem Sievershamm vor der Landesversammlung eine öffentliche Zurücknahme ableisten und ein „Bruchgeld“ an die Ratgeber zahlen.   Wie fortschrittlich die Wurster Willkür für damalige Verhältnisse war, zeigt sich allein darin, dass sie – sogar noch nach der Eroberung des Landes Wursten durch den Bremer Erzbischof – bis 1611 gültig blieb. Erst dann wurde sie vom sogenannten Wurster Landrecht abgelöst. Die Wurster Willkür ist daher ein weiterer und wesentlicher Bestandteil der vorzeigbaren Geschichte einer Bauernrepublik, die in dieser Form in der Geschichte ganz Europas ihres Gleichen sucht. Wolfgang Duensing: „Im Land Wursten musste sicher niemand auf das Schlachtfeld gebeten werden, als im Jahre 1517 der hochverschuldete und entsprechend habgierige Erzbischof Christopher von Bremen mit 8000 Landsknechten erschien: Die Wurtfriesen wussten, was sie zu verlieren hatten!“    Interfriesisches Kommunalpolitikertreffen in Leck (20. Mai 2008)      Rund 40 Kommunalpolitiker aus West-, Nord- und Ostfriesland trafen sich jetzt in Leck (Nordfriesland) zum Interfriesische. Kommunalpolitikertreffen 2008. Dabei waren auch elf Vertreter aus Ostfriesland und dem Saterland, das ebenfalls zur Sektion Ost des Friesenrats gehört.   Die Teilnehmer des Treffens beschäftigten sich insbesondere mit der Verwaltungsstrukturreform in Schleswig-Holstein, von der auch Nordfriesland betroffen ist. Neben einem Besuch des Amtes Südtondern in Niebüll stand auch ein Besuch in der dänischen Stadt Tondern auf dem Programm, wo es ein Gespräch mit dänischen Kommunalpolitikern zur dortigen Kommunalreform gab. Weitere Programmpunkte waren Pläne zur Renaturierung landwirtschaftlicher Kulturlandschaften, ein Besuch des Emil-Nolde-Museums und eine Fahrt zur Hallig Gröde.   Das Kommunalpolitikertreffen wird alle zwei Jahre in einem der drei Frieslande abgehalten. Dabei sind Bürgermeister, Ratsmitglieder und andere Lokalpolitiker aus Nord-, Ost- und Westfriesland, um die Interfriesischen Kontakte zu vertiefen und Informationen auszutauschen.  Für die Sektion Ost des Friesenrates lud deren Vorsitzender Gerhard Cordes die Teilnehmer bereits jetzt zum nächsten Treffen 2010 in Ostfriesland und dem Saterland ein.

 

 

„Angebot für Friesisch und Niederdeutsch wird ausgebaut“ (11. April 2008)  

Professor Dr. Peters stellt Pläne beim Friesischen Forum vor  

Das Angebot der Universität Oldenburg für Niederdeutsch und Friesisch soll deutlich ausgebaut werden. Das kündigte Professor Dr. Jörg Peters bei einem Vortrag am Donnerstag dieser Woche in Hesel an. Der Sprachwissenschaftler war kürzlich auf die Professur „Germanistische Linguistik: Linguistische Pragmatik und Soziolinguistik / Niederdeutsch“ an der Universität Oldenburg berufen worden.  

Peters stellte in Hesel vor dreißig Zuhörern auf Einladung des Friesischen Forums seine Pläne für ein stärkes Angebot für Friesisch und Niederdeutsch vor. Derzeit gebe es für Lehramtsbewerber in diesem Segment nur ein Angebot von zwei Semesterwochenstunden. Bis zum Wintersemester 2008/09 soll das Angebot auf bis zu 26 Semesterwochenstunden „hochgefahren“ werden. Dabei sind neben sprachtheoretischen Veranstaltungen auch sprachpraktische Veranstaltungen vorgesehen.  

Weiterhin sind zwei Dissertationen zum Niederdeutschen sowie ein Saterfriesisch-Projekt unter Einwerbung von Drittmitteln geplant.   Mit diesen größeren Angeboten will die Universität das Ansehen des Friesischen und Niederdeutschen bei den künftigen Lehrern heben und damit auch die Voraussetzungen für einen positiveren Umgang mit diesen Sprachen an den Schulen verbessern.  

Auf große Zustimmung trafen auch Peters’ Überlegungen für direkte Maßnahmen zum Spracherhalt. So soll es ein Modellprojekt für immersiven Sprachunterricht in Saterfriesisch geben. Bei der Immersion wird der direkte Sprachunterricht dadurch ergänzt, dass auch in anderen Fächern wie etwa Mathematik Unterricht in der zu vermittelnden Sprache gegeben wird. Peters erwähnte als gelungenes Beispiel dafür die Grundschule Simonswolde, die immersiven Sprachunterricht auf plattdeutsch anbietet. Außerdem soll das Angebot an Sprachvermittlung für Friesisch und Niederdeutsch an Kindergärten sowie an Grund- und weiterführenden Schulen verstärkt werden. Hier fehlen - so Alfred Pörschke vom Seelter Buund, der Vereinigung der Saterfriesen - häufig Lehrmaterialien, während das ehrenamtliche Engagement bereits jetzt erheblich sei.  

Das Friesische Forum will in Kürze wieder Friesisch-Sprachkurse für Erwachsene anbieten. Interessierte können sich dazu an den Vorsitzenden Arno Ulrichs wenden (Telefon 04929/912916 oder e-Mail info@FriesischesForum.de).

 

 

 

 

Unterschiedliche Vorstellungen über Ostfrieslands Zukunft (26. Januar 2008)  

Friesisches Forum befragte Landtagskandidaten  

Die ostfriesischen Landtagskandidaten haben deutliche Unterschiede zu erkennen gegeben, wie sie sich die Zukunft Ostfrieslands vorstellen. Auf Fragen des Friesischen Forums äußerten sich die Kandidaten zunächst zu der Frage, welche Themen sie vorrangig für die Region bearbeiten wollen – für den Fall, dass sie in den Landtag gewählt werden.  

Fast alle Kandidaten messen der Bildungspolitik eine hohe Bedeutung zu. Insbesondere die SPD-Kandidaten Johanne Modder und Remmer Hein sowie Alrich Bartels von den Freien Wählern betonen diese Aufgabe, auch mit Blick auf die gestiegenen Anforderungen in der beruflichen Ausbildung und Praxis. Die Kandidaten der CDU sehen ein wichtiges Feld in der Durchlässigkeit des Bildungssystems und sprechen sich für eine „Modellregion für frühpädagogische Förderung“ aus. Ebenso wie die CDU-Kandidaten und Hans-Dieter Haase (SPD) sowie Roland Riese von der FDP räumen die Kandidaten der „Friesen“ dem Küstenschutz eine große Bedeutung ein. Meta Janssen-Kucz und Bruno Schachner von Bündnis 90/Die Grünen sprechen sich für eine Förderung der regenerativen Energien aus; sie sehen Ostfriesland als „Energie-Region der Zukunft“. Ähnlich klingt es bei Johanne Modder und Remmer Hein (beide SPD), die eine „Modellregion für Klimaschutz“ und eine Region der regenerativen Energien wollen. Arno Rademacher (Die Friesen) wünscht sich Ostfriesland in der Rolle als Vorreiterregion für klimaschonende Erzeugnisse. Hans-Dieter Haase (SPD) will sich in der Häfen- und Schiffahrtspolitik engagieren – wie auch Arno Rademacher von den „Friesen“ und Hayo Moroni (Freie Wähler) - und spricht sich für eine ökologisch orientierte Wirtschafts- und Industriepolitik aus.  

Die weitere Förderung des Tourismus betonen neben Haase auch die Kandidaten der FDP (Roland Riese und Irene Wendel-Neemann), Hayo Moroni (Freie Wähler), Arno Rademacher (Die Friesen) sowie Meta Janssen-Kucz und Bruno Schachner von den Grünen, letztere mit der Akzentsetzung auf sanften Tourismus. Riese will das touristische Potential der maritimen Geschichte entwickeln.  

Die Kandidaten der CDU und der FDP setzen auf den Ausbau der Infrastruktur in Ostfriesland. Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region unterstreichen Irene Wendel-Neemann (FDP), Arno Rademacher (Die Friesen) und Hayo Moroni (FW).   Staatliche Einrichtungen nach Ostfriesland zurückholen möchte Hayo Moroni (FW), Arno Rademacher von den Friesen sieht Chancen für die Region durch eine stärkere Inanspruchnahme von EU-Mitteln zur Minderheitenförderung.  

Die Diskussion um die weitere administrative Entwicklung Ostfrieslands verläuft vor allem entlang des von SPD und CDU vorgeschlagenen Regionalrats, der auch von den Landtagskandidaten dieser Parteien unterstützt wird. Die Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen und FDP lehnen dieses Modell dagegen ab. Alrich Bartels (FW) fürchtet mehr Bürokratie durch einen solchen Regionalrat und spricht sich für schlanke Strukturen aus. Arno Rademacher (Friesen) will dagegen einen einheitlichen Landkreis Ostfriesland. Die Bildung eines Landkreises Ostfriesland werde von den Landräten und den großen Parteien blockiert, so Meta Janssen-Kucz. SPD und CDU sprechen sich gegen eine Gebietsreform aus, die den Menschen „von oben“ übergestülpt wird. Für eine stärkere Zusammenarbeit mit der nordniederländischen Region sprechen sich alle Kandidaten aus. Dieter Baumann (CDU) kann sich eine „grenzüberschreitende Regionalbildung durchaus vorstellen“, Hans-Dieter Haase betont dabei die Rolle der „Ems-Dollart-Region“ (EDR). Meta Janssen-Kucz von den Grünen sieht eine gemeinsame Region mit Groningen als „zukunftsweisend, aber in weiter Ferne liegend“ an. Den „Friesen“ schwebt langfristig eine „Euregio Frysland“ von der Rheinmündung bis nach Süd-Jütland vor.  

Die Bedeutung der Ems-Achse, des Zusammenschlusses der Landkreise entlang der Ems und der Stadt Emden, für die wirtschaftliche Entwicklung der Region heben die Kandidaten von CDU, SPD und FDP hervor. Die Kandidaten der Grünen sehen in dem Verein jedoch eine Einrichtung „ohne Rückkoppelung mit den demokratisch legitimierten Gremien.“  

Unterschiedliche Meinungen werden auch hinsichtlich der vom Friesischen Forum ins Gespräch gebrachten Ergänzung der Niedersächsischen Verfassung deutlich. Eine explizite Erwähnung der Friesen in der Verfassung halten CDU und SPD nicht für erforderlich, die SPD-Kandidaten weisen darauf hin, „dass Ostfriesland nichts unternehmen sollte, was – ohne es zu beabsichtigen – dazu führte, dass es in die Rolle des Außenseiters gerät“ (Remmer Hein). Für Meta Janssen-Kucz von den Grünen ist dagegen eine solche Verfassungsergänzung vorstellbar, es bedürfe aber aufgrund der erforderlichen 2/3-Mehrheit im Landtag zuvor einer intensiven politischen Diskussion. Roland Riese verweist darauf, dass die FDP derzeit prüft, „ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme der Friesen als eigenständige Volksgruppe in die Niedersächsische Verfassung gegeben sind.“ Für eine Erwähnung der Friesen sind auch Hayo Moroni (FW) und Ralf Bieneck („Die Friesen“), der zudem auf die Verankerung des Minderheitenschutzes in der Verfassung pocht.  

Große Einigkeit herrscht bei den Kandidaten bei der Forderung nach einem „Friesengremium“ beim Landtag, das sich insbesondere um die kulturellen und Sprachangelegenheiten der friesischen Gebiete kümmern soll. Der Friesenrat als Dachorganisation fordert dieses Gremium schon seit einigen Jahren, bisher konnten sich die Parteien im Landtag noch nicht auf eine gemeinsame Herangehensweise verständigen. Die CDU-Kandidaten versprechen jetzt: „Wir werden gleich zu Beginn der neuen Periode fraktionsübergreifend das Thema neu anpacken.“ Roland Riese will die „gute Tradition“ der parteiübergreifenden Zusammenarbeit der ostfriesischen Abgeordneten fortsetzen, Meta Janssen-Kucz will mit dem Friesengremium die „wirtschafts-, sozial- und kulturpolitischen Interessen der Friesen bündeln“ und verspricht sich davon mehr Gehör innerhalb des Landtags; das Friesengremium beim schleswig-holsteinischen Landtag sei vorbildlich. Bernhard Janssen (Die Friesen) will ein solches Gremium schnellstmöglich umsetzen und auch Hayo Moroni (FW) spricht sich für ein solches Gremium aus. Nur die Kandidaten der SPD lassen eine deutliche Skepsis spüren: Hans-Dieter Haase sieht „keine akute Notwendigkeit“, und auch Johanne Modder glaubt nicht, dass ein Friesengremium bessere Resultate für die Region bringt.                                                                                                                                   

 

 

"Friesische Küren auch heute noch aktuell" (31.05.2007)

SPD-Landesvorsitzender Garrelt Duin sprach am Upstalsboom

Die friesischen Küren ("Gesetze") aus dem Mittelalter haben auch für die heutige Gesellschaft Bedeutung. Diese Auffassung vertrat der niedersächsische SPD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Garrelt Duin bei seiner Rede am Dienstag dieser Woche am Upstalsboom bei Aurich.

Dorthin hatte der Verein Friesisches Forum zu einer Gedenkfeier eingeladen, um den Dienstag nach Pfingsten als "höchsten gesamtfriesischen Feiertag" zu würdigen. Mit dem Treffen am Upstalsboom in Aurich-Rahe erinnert das Forum an die Versammlungen der freien Friesen aus den "Sieben Seelanden" im Mittelalter, als an dieser Stätte Recht gesprochen und Frieden geschlossen wurde.

Garrelt Duin verwies in seiner Rede darauf, dass in den Küren die Friesen die persönliche Freiheit der Friesen festgehalten wurde. Die "Sieben Seelande" hätten einen Landfriedensbund begründet, dem es beispielhaft gelungen sei, Konflikte friedlich beizulegen. Gleichzeitig hätten sich die einzelnen Bundesgenossen bei Angriffen von außen gegenseitig. Beistand geleistet.

Mit Blick auf den bevorstehenden G-8-Gipfel in Heiligendamm sagte Duin: "Die Abgesandten am Upstalsboom waren anerkannte Vertreter ihrer Stämme und brauchten für ihre Treffen keine Zäune. Es wäre gut, wenn die Politik heute auch wieder näher am Menschen wäre und ohne Abschottung auskäme."

Weiterhin sei in den Küren bestimmt, dass ein jeder seine Vorschläge vorbringen könne: "Wenn irgendjemand ein besseres Recht wüßte, sollte man das weniger richtige aufgeben und das bessere befolgen." Dieses Prinzip, so Duin, sollte auch in der heutigen Politik wieder beherzigt werden. Allzu oft habe man den Eindruck, dass allein aus Rechthaberei an der eigenen Meinung festgehalten werde und ein ehrlicher Dialog nicht zustande komme.

Die musikalischen Beiträge beim Treffen am Upstalsboom kamen diesmal von den Bands "Skarl" aus Westfriesland in den Niederlanden sowie "Lembek" aus Nordfriesland mit friesischer Rockmusik.

 

 

Stimmen für Ostfriesen-Partei (20.03.2007)

Diskussionsveranstaltung des Friesischen Forums in Hesel 

Die Stimmen für eine eigene ostfriesische Partei werden mehr. Auf einer Diskussionsveranstaltung des Friesischen Forums am Freitag letzter Woche in Hesel (Landkreis Leer) bekundeten zahlreiche der etwa vierzig Teilnehmer ihr Interesse, bei einer solchen Partei mitzuwirken. Die derzeit in Ostfriesland tätigen Parteien seien für sie nicht mehr wählbar, erklärten mehrere Diskussionsredner. Die Interessenvertretung für die Region müsse deutlich gestärkt werden.

Das Friesische Forum hatte zu der Veranstaltung Vertreter von Regional- und Minderheitenparteien aus den anderen Frieslanden eingeladen. Der nordfriesische Landtagsabgeordnete Lars Harms und Uli Stellfeld-Petersen vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW), Jabik van der Bij von der Fryske Nasjonale Partij (FNP) aus dem niederländischen Westfriesland sowie Teun Jan Zanen, Abgeordneter der Partij voor het Noorden (PvhN) aus der Provinz Groningen, berichteten über ihre Erfahrungen und Erfolge bei der Gründung ihrer Parteien und der regionalen Interessenvertretung. Lars Harms wies dabei darauf hin, dass auch die regionalen Abgeordneten anderer Parteien vom Wirken des SSW profitierten, da vom SSW aufgegriffene Themen dann auch von den diesen Parteien beachtet werden müßten.

 

Der FDP-Bezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Roland Riese (Emden) sprach sich hingegen gegen eine eigene ostfriesische Partei aus. Die ostfriesischen Abgeordneten der bestehenden Parteien seien fähig, über Parteigrenzen hinaus für die Region zu wirken. Die Landesregierung habe in den letzten Jahren viel für Ostfriesland auf den Weg gebracht.

Riese stand mit seiner Auffassung an diesem Abend allein. Zum Ende des Abends rief Sabrina Jessen aus Weener Interessenten an einer ostfriesischen Partei auf, sich bei ihr zu melden. In Kürze soll ein ein erstes Treffen dieser Gruppe stattfinden, um mögliche Schritte zu einer Parteigründung zu beraten.

 

 

Ein Denkmal für die "friesische Jeanne d'Arc" (26.01.2007)

Gedenkstein für Tjede Peckes in Wremen enthüllt

Land Wursten. In Wremen im Land Wursten (Landkreis Cuxhaven) wurde jetzt ein Gedenkstein für die friesische Freiheitskämpferin Tjede Peckes enthüllt. Dieses Denkmal soll an die Geschehnisse der Schlacht der Wurtfriesen gegen die Bremer Fremdherrschaft vom 23. Dezember 1517 erinnern. Das Kriegsbanner der Friesen wurde damals von der 17jährigen Tjede Peckes getragen.

Tjede Peckes wurde im Jahr 1500 in Padingbüttel geboren. Sie hatte sich offenbar bewusst gegen eine Heirat entschieden, da sie nur als unverheiratete Frau die Möglichkeit hatte, politisch aktiv zu sein. Das Land Wursten war das letzte friesische Land, das im ausgehenden Mittelalter seine altfriesische Rechts- und Sozialstruktur aufrecht erhalten konnte. Anfang des 16. Jahrhunderts tagten noch die Sechzehnerräte am Sieverdyshamm und das Land Wursten trat nach außen hin als souveräner Staat auf.

Doch hatten auswärtige Würdenträger ein Auge auf den Landstrich an der Wesermündung geworfen. So wurde etwa die Schwarze Garde im Jahr 1498 vom Herzog von Lauenburg angeheuert, um die Wurtfriesen zu unterwerfen - doch vergeblich. Die berüchtigte Söldnertruppe wurde von den Wurtfriesen in Weddewarden vernichtend geschlagen.

Der nächste Invasor, Erzbischof Christof von Bremen, rückte im Jahre 1517 mit fast 15.000 Mann Söldnern, Rittern und Stiftsaufgebot im Land Wursten ein, um der friesischen Freiheit ein Ende zu setzen. In der Schlacht am Wremer Tief, am 23. Dezember 1517, war er schließlich siegreich. Unzählige Männer und auch Frauen, die auf friesischer Seite mitkämpften, wurden hier erschlagen.

Unter den Toten der Schlacht war auch Tjede Peckes. Die Wurster Friesin lehnte sich mit vielen anderen Mädchen und Frauen gegen die ihrer Meinung nach korrupte und machtgierige katholische Kirche auf. So war es offenbar eine doppelte Pflicht für sie, den Kampf gegen den Bremer Erzbischof aufzunehmen. Bei der Schlacht am Wremer Tief kamen nach Akten des Erzbischofs neben Tjede Peckes etwa 500 Mädchen und Frauen ums Leben.

Nach Tjede Peckes wurde auch die Grundschule in Wremen benannt. Die Grundschulkinder sangen bei der Enthüllung des Gedenksteins am Freitag dieser Woche ein Lied zu Ehren der Namensgeberin. Die Initiative zur Errichtung des Denkmales am Wremer Tief war vom "Wurtfriesischen Stammtisch" ausgegangen. In ihren Ansprachen würdigten der Vorsitzende der Landesstube "Altes Land Wursten", Günter Diekhoff, und der Wremer Bürgermeister Heiko Dahl Tjede Peckes als "friesische Jeanne d'Arc" und in ihrem Kampf für Gleichberechtigung und Freiheit auch als Vorbild für die heutigen Generationen. Bei der Gedenksteinenthüllung waren mit Kerst Huisman, Pascal Anton und Arno Ulrichs (Friesisches Forum) auch Vertreter aus West- und Ostfriesland zugegen.

 

Saterfriese Karl-Peter Schramm neuer Vorsitzender des Minderheitenrates (27.12.2006)
»Gesamtstaatliche Verantwortung für die Minderheitenpolitik in der Föderalismusreform berücksichtigen«

Satzungsgemäß wechselt zum neuen Jahr auch der Vorsitz im Minderheitenrat der vier autochthonen nationalen Minderheiten Deutschlands. Auf Jan Nuck von der Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V. folgt 2007 Karl-Peter Schramm vom Seelter Buund aus dem Saterland/Niedersachsen. Schramm vertritt die ca. 2.000 Friesen aus dem Oldenburger Münsterland im Minderheitenrat. Das Saterland gilt damit als die kleinste Sprachinsel Europas.

Der 58jährige ausgebildete Sonderschullehrer verbindet in Personalunion den Vorsitz des Minderheitenrates 2007 mit der Präsidentschaft des Europäischen Büros für Sprachminderheiten (EBLUL) in Deutschland, die er seit 2000 innehat.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit des Minderheitenrates soll im kommenden Jahr die Intensivierung des Dialogs mit den Bundespolitikern im Arbeitskreis für Minderheitenfragen am Bundestag sein, sagte Schramm. "Die Liste der Themen, die dem Minderheitenrat unter den Nägeln brennt, ist lang. Im zweiten Teil der Föderalismusreform muss der gesamtstaatlichen Verantwortung für die nationalen Minderheiten Rechnung getragen werden."

Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im ersten Halbjahr wollen die deutschen Sorben, Dänen, Friesen sowie Sinti und Roma dazu nutzen, auf die Scharnierfunktion nationaler und sprachlicher Minderheiten in einem zusammenwachsenden Europa aufmerksam zu machen. Schramm: "Die Mehrsprachigkeit und die differenzierten Identitäten der Minderheitenangehörigen galten früher als schädlich für die Nationalstaaten. Heute sind es unverzichtbare Eigenschaften für ein modernes und gedeihliches Miteinander in Europa."

»Ferner wollen wir auch 2007 unserem langfristigen Ziel, der Verankerung eines Minderhei¬tenartikels im Grundgesetz ein Stück näher kommen. Das ist ein längst überfälliger Schritt, denn schließlich hatte sowohl die Frankfurter Paulskirchenverfassung als auch die Weimarer Verfassung einen entsprechenden Minderheitenschutz«, so Schramm weiter.

"Braucht Ostfriesland eine eigene Partei?" (26. Dezember 2006)

Umfrage im Internet dokumentiert Interesse


Das Friesische Forum hat mit Interesse die Diskussion um das Erfordernis einer eigenen politischen Vertretung für Ostfriesland zur Kenntnis genommen. In einer Internet-Umfrage hat sich jetzt eine deutliche Mehrheit für eine eigenständige ostfriesische Partei ausgesprochen.

Auf der Internetseite der "Ostfriesischen Botschaft" (http://botschaft.ealafryafresena.de) haben sich in zwei Monaten von insgesamt 275 Teilnehmern 233 (= 85 %) für eine eigene politische Interessenvertretung für Ostfriesland ausgesprochen. Angesichts der politischen Gesamtsituation wertet das Friesische Forum das Ergebnis als wenig überraschend: "Es gibt gerade auch in unserer Region eine deutliche Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung", so der stellvertretende Vorsitzende des Friesischen Forums, Arno Rademacher aus Leer.

In Westfriesland und Nordfriesland gibt es mit der FNP (Fryske Nasjonale Partij) bzw. dem SSW (Südschleswigscher Wählerverband) bereits seit Jahrzehnten politische Parteien, die die Interessen der Friesen vertreten. Arno Ulrichs, Vorsitzender des Friesischen Forums weist darauf hin, dass "diese Parteien in den dortigen Frieslanden viel für die Friesen erreichen konnten und ein ständiger Stachel im Fleisch der großen Parteien waren , damit diese die friesischen Gebiete nicht vernachlässigen."

Das Friesische Forum will sich am weiteren Diskussionsprozess über eine eigenständige ostfriesische Partei beteiligen. Anfang 2007 wird das Friesische Forum dazu eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der FNP, des SSW und weiteren Regionalparteien organisieren.

"60 Jahre Niedersachsen: Kein Grund zum Feiern" (31.10.2006)

Friesisches Forum: Friesen sind keine Sachsen


Das Friesische Forum weist zum 60. Jahrestag der Gründung des Bundeslandes Niedersachsen am 1. November darauf hin, dass "dieses Datum für die Friesen kein Grund zum Feiern ist". Die Friesen in Ostfriesland, aus dem Oldenburger Land und dem Land Wursten seien vor 60 Jahren gegen ihren Widerstand in den niedersächsischen Staatsverband eingegliedert worden.

"Es hat damals insbesondere aus Ostfriesland und Oldenburg Widerspruch gegeben, der damals aufgrund der Gesamtumstände aber kein Gehör fand", so Arno Ulrichs, Vorsitzender des Friesischen Forums. Die friesische Identität sei in einem Land mit dem Namen ‚Niedersachsen‘ von vornherein nicht gut aufgehoben gewesen: "Friesen sind nun mal keine Sachsen – und schon gar keine niederen Sachsen."

In der Verfassung des Landes Niedersachsen werde nach wie vor von einem imaginären "Volk von Niedersachsen" gesprochen, obwohl die Realität der unterschiedlichen Volksgruppen im Bundesland damit negiert werde. Dagegen seien die Friesen in Schleswig-Holstein in der dortigen Landesverfassung ausdrücklich als Volksgruppe genannt und geschützt.

Dem Friesischen Forum geht es dabei nicht um blanke Verfassungstheorie. "Genauso wenig Beachtung wie in der Verfassung fanden und finden die Friesen im staatlichen Handeln des Landes. Die wesentlichen Entscheidungen werden in und für die Region Hannover-Braunschweig getroffen", bemängelt Arno Rademacher, stellvertretender Vorsitzender des Friesischen Forums. Trotz entgegenlautender Zusagen habe es weder einen Ostfriesland-Plan noch einen Dollarthafen und auch keinen Ausgleich für die Mittelkonzentration auf Hannover zur Expo 2000 gegeben.

Rademacher: "Es wird nach 60 Jahren hohe Zeit, dass die Friesen entlang der gesamten Küste des Bundeslandes endlich in Niedersachsen die gebührende Beachtung finden. Dazu gehören verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen für die friesische Volksgruppe und Chancengleichheit im politischen und staatlichen Handeln."

Ein erster Schritt zu einer stärkeren Rolle der Friesen sei die Einrichtung eines bereits seit Jahren geforderten Friesengremiums beim niedersächsischen Landtag. Forums-Vorsitzender Ulrichs verweist in diesem Zusammenhang daruf hin, dass ein solches Gremium in Schleswig-Holstein schon lange existiere und eine erfolgreiche überparteiliche Arbeit für die friesischen Belange ermöglicht habe. "Diejenigen, die immer noch Widerstände dagegen aufbauen und alle möglichen Vorwände gegen ein solches Gremium in Niedersachsen vorschieben, sollten diese Widerstände im Interesse einer gleichberechtigten Zusammenarbeit der Volksgruppen im Bundesland endlich aufgeben."

Rock und Rap am Upstalsboom (7. Juni 2006)


Aurich. "Dass wir uns hier am Upstalsboom treffen, ist keine Folklore für Touristen oder ‚das Aufbäumen eines sterbenden Stammes’. Wir sind Friesen und es gibt uns noch."
Das waren die Worte, die Gitta Connemann, Abgeordnete im deutschen Bundestag, Vorsitzende der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" und Mitglied im Ausschuss für Fragen der friesischen Volksgruppe, beim "Treffen der freien Friesen am Upstalsboom" in der Pfingstwoche fand. Dieses Treffen findet seit einigen Jahren jeweils am ersten Dienstag nach Pfingsten statt, in Anlehnung an die mittelalterlichen Versammlung der freien friesischen Seelande an dieser alten Thingstätte bei Aurich. Veranstalter des neuzeitlichen Treffens ist das Friesische Forum. Angereist waren Menschen aus dem niederländischen West- wie auch aus dem schleswigschen Nordfriesland, und auch viele heimische Ost-Friesen hatten sich am Upstalsboom bei dem Ort Rahe eingefunden. Connemann betonte in ihrer Rede die Tradition der friesischen Freiheit als "freiheitliche Demokratie in Reinform". Sie sei froh, sagen zu können, eine Ostfriesin zu sein. "Wir Friesen sind ein Volk in verschiedenen Staaten, Friesland ist unsere Heimat."

Besondere Wichtigkeit misst Connemann der friesischen Kultur und den Sprachen der Friesen bei. Diese seien ein wichtiger Teil der Identität. "Aber Friese ist nicht nur, wer Friesisch oder Platt spricht", stellte sie klar. Sie selbst lebe das Dilemma vieler junger Friesen. Trotz bester Voraussetzungen – ihre Mutter ist eine friesischsprachige Westfriesin, ihr Vater ein plattdeutschsprachiger Ostfriese – spricht sie keine dieser Sprachen. Aber genau deswegen fordert sie besondere Anstrengungen, diese Sprachen zu erhalten. Dabei sieht sie Medien, Staat und friesischen Verbände in besonderer Verantwortung.

Die Friesen – egal ob Nord-, Sater-, Ost- oder andere Friesen – seien in Deutschland eine anerkannte Minderheit, genau wie Sorben, Dänen und Sinti und Roma. Es gebe verschiedene Vertragswerke, wie das Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten oder die Europäische Sprachencharta zur Unterstützung dieser Volksgruppen. Connemann weiß dennoch: "Es gibt noch viel zu tun."

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Abwechslungsreichen Musikprogramm. Freunde der traditionellen Musik bekamen die beiden Ensembles "Wortsatia" und "Fassdaubi" aus dem Land Wursten zu hören, die mit mittelalterlicher Musik und Folk das Publikum unterhielten. Bekannt war auch die plattdeutsche Formation "Laway" aus Ostfriesland, die mit ihrer modernen Folkmusik und dem Song "Freje Wind de Wulken weiht" über die friesische Freiheit bei der Osterhitparade eines Niedersächsischen Pop-Senders einen der höheren Ränge erklommen hatte.
Ungewohnt moderne Töne boten dagegen Remon de Jong und die Gruppe "Lembek" am Upstalsboom. Remon ist ein Rapper aus Westfriesland, der in friesische Sprache "singt" und die Zuschauer mit seiner Hymne an Friesland "It lan fan..." ("Das Land von…") begeisterte. Den lautstarken Abschluss bildete die Rockformation "Lembek" aus Nordfriesland. Sie spielen ihre Lieder in Nordfriesischer Sprache. Rapper und Rockband zeigten, dass die friesischen Sprachen durchaus ihren Platz in der Jugendkultur haben.

Text: Temmo Bosse

Friesisch-Aufbaukurs abgeschlossen (4. Mai 2006)

17 Teilnehmer vertieften ihre Friesisch-Kenntnisse

Mit einem Treffen im Haus des ‚Seelter Buund‘ in Scharrel (Saterland) endete jetzt ein weiterer Friesisch-Sprachkurs. 17 Teilnehmer vertieften über zehn Abende in Hesel ihre Friesisch-Kenntnisse, nachdem sie erste Kenntnisse in einem Grundkurs erworben hatten.

Der jetzt abgeschlossene Kurs war der sechste Kurs, den das Friesische Forum gemeinsam mit der Vereinigung der Saterfriesen, dem ‚Seelter Buund‘ angeboten hatte. Die Teilnehmer erlernen dabei die saterfriesische Sprache, da das heute noch im Saterland gesprochene Saterfriesische weitestgehend dem Friesischen entspricht, das in Ostfriesland vor der Verdrängung durch das Plattdeutsche gesprochen wurde.

Arno Ulrichs vom Friesischen Forum dankte Kursleiterin Adelheid Pörschke für ihre umsichtige Arbeit und gratulierte den Teilnehmern zu dem erfolgreichen Kurs. Mit ihrem großen Engagement hätten die Teilnehmer wesentliche Fortschritte beim aktiven Sprechen des Friesischen erreicht.

Für den Herbst plant das Friesische Forum weitere Sprachkurse. Informationen dazu unter Telefon (0 49 29) 91 29 16 oder per e-Mail info@friesischesforum.de

Ministerpräsident Carstensen beim Biike-Empfang auf Sylt: (26. Februar 2006)

Friesische Kultur und Sprache fördern - Sonderbriefmarke vorgestellt

MORSUM/SYLT. Auf die Bedeutung der nationalen Minderheiten und der Volksgruppen in Schleswig-Holstein hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen heute (26. Februar) beim "Biike-Empfang" des Friesenrates in Morsum/Muasem auf Sylt hingewiesen. Neben dem Empfang, der seit drei Jahren regelmäßig am Sonntag nach den Biike-Feuern (21. Februar) stattfindet, wurde dort die 90 Cent-Sonderbriefmarke zum 50. Jahrestag der Gründung des Friesenrates präsentiert.

"Es ist gut, wenn sich mehr Menschen im Alltag zum Friesischen bekennen, wenn die Friesen auch über nationale Grenzen hinaus miteinander reden", sagte Carstensen. Biike-Brennen und Biike-Empfang seien inzwischen wichtige Traditionen geworden, die zeigen, dass die Friesen lebendiger Alltag in Schleswig-Holstein und vor allem in Nordfriesland und auf Helgoland sind.

Der Friesenrat wurde am 18. Februar 1956 in Leer (Niedersachsen) gegründet. Seit 1998 heißt er Interfriesischer Rat. Sein Ziel ist es, die Verbindung zwischen den Friesen in Nord-, Ost- und Westfriesland zu sichern. Der Vorsitz im Interfriesischen Rat wechselt alle drei Jahre. Amtierender Vorsitzender ist der Nordfriese und Vorsitzende des Friesenrates (Frasche Rädj) Sektion Nord, Ingwer Nommensen.

Das Nordfriesische Institut, der Friesenrat (Frasche Rädj), der Nordfriesische Verein und die Friisk Foriining sowie die friesische Kulturarbeit werden vom Land jährlich mit rund 300.000 Euro gefördert. An rund 20 Schulen in Nordfriesland und auf Helgoland wird Friesischunterricht angeboten. An den Universitäten Kiel und Flensburg werden angehende Friesisch-Lehrkräfte ausgebildet.

Das Land unterstützt die Verbreitung des Friesischen auch durch das Friesischgesetz von 2004. Mit dem Gesetz soll insbesondere der Gebrauch der friesischen Sprache im öffentlichen Raum gestärkt werden. Das Gesetz enthält dazu Bestimmungen und Regelungen, die sich an die Landes- und Kommunalbehörden im Kreis Nordfriesland und auf der Insel Helgoland richten.

"Direktwahl wäre ein erheblicher Fortschritt" (3.Februar 2006)

Friesisches Forum: Position der Ostfriesischen Landschaft stärken
"Die Diskussion um die zukünftige Aufstellung unserer ost-friesischen Heimat ist zum Glück weiter vorangeschritten als es die gebetsmühlenartigen Ablehnungen der offiziellen Stellen zum Thema ‚Großkreis‘ suggerieren." So kommentiert Arno Rademacher vom Friesischen Forum den Stand der gegenwärtigen Regionaldiskussion. Aktuell sieht das Friesische Forum dabei zugleich einen erheblichen Klärungsbedarf hinsichtlich der Position der Ostfriesischen Landschaft.
Arno Rademacher: "Mit Freude nehmen wir zur Kenntnis, dass nun auch einflussreiche Politiker sich für einen Regionalrat stark machen, der direkt gewählt werden soll. Der Landtagsabgeordnete Hermann Dinkla kann sich eine solche Direktwahl bereits zur Kommunalwahl im September vorstellen. Damit hat die Debatte um eine solche von uns stets geforderte direkt gewählte Regionalvertretung eine neue Qualität erhalten."

Die faktische Entwicklung und die finanziellen Zwänge machten eine stärkere Zusammenarbeit in der Region erforderlich. Diese Zusammenarbeit müsse legitimiert werden durch ein direkt gewählte Vertretung. "Über kurz oder lang werden sich dadurch auch stärkere entsprechende administrative Strukuren herausbilden, da mögen die Landräte noch so sehr gegen den ‚Großkreis‘ wettern."

Wichtig sei es, bei der weiteren Gestaltung der regionalen Vertretung die Position der Ostfriesischen Landschaft nicht zu gefährden. Wenn es neben der Ostfriesischen Landschaft als ‚Kulturparlament‘ noch eine zweite Regionalvertretung gebe, drohe sonst ein Bedeutungsverlust der Ostfriesischen Landschaft. "Wir sprechen uns ganz klar für eine Stärkung der ‚Landschaft‘ aus, die vielleicht sogar ganz die Rolle des jetzt neu angedachten Regionalrats übernehmen könnte – Voraussetzung dafür wäre dann aber wohl die Direktwahl der Landschaftsversammlung", so Rademacher. Bislang entsenden die ostfriesischen Kreistage und der Emder Stadtrat die Vertreter für die Landschaftsversammlung.

Beratung über gemeinsame interfriesische Projekte (24. Janar 2006)

In Scharrel im Saterland fand jetzt eine Beratung von Aktiven aus friesischen Organisationen statt. Die Teilnehmer aus Nord-, Ost- und Westfriesland sowie aus dem Saterland berieten auf Einladung von Pascal Anton und Arno Ulrichs über gemeinsame interfriesische Projekte.

Heinrich Pörschke begrüßte die Teilnehmer im Haus des ‚Seelter Buund‘, der Vereinigung der Saterfriesen. In der folgenden Grundsatzdiskussion wurde übereinstimmend herausgestellt, dass das Bindeglied der Friesen der gemeinsame geschichtliche und kulturelle Hintergrund ist. Gary Funck aus Nordfriesland verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel der Kelten.

Einig waren sich die Teilnehmer auch darüber, dass das gegenseitige passive Sprachverständnis gefördert werden soll, so dass bei Arbeitsbesprechungen jeder in seiner eigenen friesischen Sprache reden und die anderen ihn verstehen können. Damit soll das Hochdeutsche als Verkehrssprache bei interfriesischen Begegnungen zurückgedrängt werden.

Heinrich Pörschke betonte die große Bedeutung der Kenntnis von der eigenen Geschichte für die Identitätsstiftung. Wie er sprachen sich auch weitere Teilnehmer für eine Verstärkung des heimatkundlichen Schulunterrichts aus.

Besprochen wurden auf dem Treffen auch eine Reihe gemeinsamer interfriesischer Projekte. So wird etwa an einem Wörterbuch aller friesischen Sprachen gearbeitet. Bereits in diesem Frühling soll ein interfriesisches Informationsblatt mit Berichten und Abhandlungen aus allen friesischen Ländern erscheinen, herausgegeben von dem Wurtfriesen Michael Tegge.

Auf Vorschlag des Friesischen Forums aus Ostfriesland soll eine CD mit einer Sammlung von Text- und Liedbeispielen in allen Ausprägungen der friesischen Sprache erarbeitet werden. Ferner wurde der Wunsch laut, die friesischen Sprachen zunächst in einem sogenannten "Web-Radio" erklingen zu lassen. Dazu sollen ganze Sendungen und Programmsequenzen etwa zwischen dem Nordfriesischen Radio, Omrop Fryslân (Westfriesland), Radio Ostfriesland und der Ems-Vechte-Welle (Saterland) ausgetauscht werden. Danach werden auch größere Projekte im herkömmlichen Rundfunk angestrebt.

Zu den einzelnen Vorhaben wollen die Teilnehmer des Treffens weitere Unterstützer gewinnen. Angesprochen werden soll insbesondere der Interfriesische Rat, aber auch durch einzelne Aktive in den Frieslanden sowie staatliche Einrichtungen.

Bereits Anfang Februar werden weiterführende Treffen zu den besprochenen Projekten in West- und Nordfriesland stattfinden.

Friesisch-Grundkurs abgeschlossen (19. Januar 2006)

An insgesamt zehn Abenden befassten sich ein Dutzend interessierter Ostfriesen mit den Grundlagen der saterfriesischen Sprache. Der vom Friesischen Forum in Zusammenarbeit mit dem ‚Seelter Buund’ aus dem Saterland organisierte Grundkurs war bereits der dritte seiner Art. Da die Nachfrage nach diesem Angebot anhält, sollen weitere Kurse folgen.

Die Teilnehmer des jetzt abgeschlossenen Grundkurses trafen sich zu ihren Kursabenden im Dorfgemeinschaftshaus in Selverde (Gemeinde Uplengen). Dort überreichte Arno Ulrichs als Vorsitzender des Friesischen Forums am Dienstag dieser Woche den Teilnehmern auch eine Urkunde über das "Kleine Frisicum" – in augenzwinkernder Anlehnung an das kleine Latinum -, das diese mit der Absolvierung des Kurses erwarben.

Ulrichs dankte bei dieser Gelegenheit den beiden Dozentinnen Margot Tameling aus Strücklingen und Marianne Klären aus Sedelsberg für ihr Engagement. Auch dem Selverder Ortsvorsteher Heinz Brunken galt sein Dank für die unkomplizierte Zusammenarbeit.

Der nächste Friesisch-Aufbaukurs für Interessenten mit vorhandenen Grundkenntnissen der friesischen Sprache beginnt bereits in wenigen Wochen. Der Auftakt ist am 7. Februar um 19.30 Uhr in Hesel; auch dieser Kurs läuft dann wieder über zehn Abende.

In den Sprachkursen werden Grund- bzw. Fortgeschrittenen-Kenntnisse der saterfriesischen Sprache vermittelt. Die Anregung zu dieser Wiederbelebung des Friesischen in Ostfriesland kam vom Sprachwissenschaftler Marron C. Fort. Er belegte, dass das heute noch im Saterland gesprochene Saterfriesische weitestgehend dem Friesischen entspricht, das in Ostfriesland vor der Verdrängung durch das Plattdeutsche gesprochen wurde.

Friesische Initiative Land Wursten (10. November 2005)

Ziele: Rettung und Aktivierung der Friesischen Kultur im Land Wursten.

Zusammenarbeit und Austausch mit den anderen Friesischen Ländern und deren Heimatbünden und Vereinen z.B.

Friesisches Forum (Interfries.)

Seelter Buund (Saterland)

Steigerung der Attraktivität des Landes Wursten für Besucher und Touristen. Sensibilisierung und Indentifikation der Bevölkerung für und mit der Friesischen Kultur.

10 Punkte Plan :

  • Rekonstruktion der Wurtfriesischen Tracht des Mittelalters anhand der Recherchen im Heimatmuseum Debstedt (Gelungenes Bsp. für so ein Vorhaben ist die rekonstr. Eiderstedter Tracht in Nordfriesland)
  • Gründung einer Wurtfriesischen Trachtengruppe
  • Errichten von Schildern an den Landeseingangsstraßen "Willkommen im Friesischen Land Wursten"
  • Ersetzung der verschwundenen Gedenktafel am Wremer Tief zur Schlacht 1517 und zum Gedenken an Tjede Peckes (ggf. Gedenkstein)
  • Teilrekonstruktion eines Abschnitt des Mittelalterlichen "Gravvalls" am Grau-Wallkanal mit Infotafel nach dem Vorbild des Dannewerkes in Dannewerk (Schleswig Holstein)
  • Einrichtung eines Friesischen Museums ggf.in Zusammenarbeit mit der Gruppe "Die Wurtfriesen – Friesen um 1290"
  • Teilnahme einer Abordnung von Vertretern des Landes Wursten am Dienstag nach Pfingsten am Upstalsboom bei Aurich.
  • Einladung und gemeinsame öffentliche Veranstaltungen mit Nord-, Ost- und Westfriesischen Gruppen
  • Rekonstruktion der Wurtfriesischen Sprache anhand der Recherchen von R.Möllencamp.Ggf. in Zusammenarbeit mit Prof. Marron C.Fort
  • Produktion und Vertrieb von Flaggen und Wimpeln mit dem Landeswappen ggf. mit Ergänzung des Leitspruches "Lever Dot as Slav" nach dem Vorbild der Nordfriesischen Flaggen.

Friesisch-Grundkurs startet am 1. November (26. Oktober 2005)

Das Friesische Forum startet jetzt mit dem nächsten Friesisch-Grundkurs. Der Kurs beginnt am kommenden Dienstag, den 1. November 2005 um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Selverde (bei Remels) Vorstückstr. 6.

Zu Beginn wird Ortsvorsteher Heinz Brunken die Teilnehmer begrüßen, danach beginnt unmittelbar der erste Unterrichtsabend unter Leitung vom Margot Tameling und Marianne Klären vom Seelter Buund, der Vereinigung der Saterfriesen.

Insgesamt wird der Kurs über 10 Abende gehen. Wer noch an dem Kurs teilnehmen möchte, kann sich noch unter der Tel.-Nr. 0160-1889343 anmelden (oder Fax-Nr. 04929-912918 oder e-Mail info@FreiesFriesland.de)

Friesisches Forum startet neue Friesisch-Sprachkurse (14. Oktober 2005)

"Ostfrieslands sprachliche Wurzeln sind friesisch, nicht plattdeutsch"

Der Sprachwissenschaftler Prof. Marron C. Fort hat eine stärkere Besinnung auf die friesischen Wurzeln der Sprache in Ostfriesland gefordert. Bei einem Vortragsabend in dieser Woche in Hesel hielt Fort ein leidenschaftliches Plädoyer für die Pflege des Friesischen in Ostfriesland. Eingeladen hatte zu der Veranstaltung das Friesische Forum mit Unterstützung des Heimat- und Verkehrsvereins der Samtgemeinde Hesel.

In seinem Vortrag verwies Fort darauf, dass der friesische Sprachraum – neben dem später friesisch besiedelten Nordfriesland – einst von Flandern bis zur Weser reichte. Das Plattdeutsche sei erst durch den Handel der Hanse nach Friesland gekommen. Plattdeutsch habe das Friesische verdrängen können, weil es zur Verkehrssprache der damaligen wirtschaftlichen Elite wurde. Das ostfriesische Plattdeutsch beinhalte jedoch nach wie vor friesische Elemente. Fort bezeichnete das ostfriesische Platt als eine auf friesischem Substrat gewachsene Sprache.

Die Besinnung auf die friesischen Wurzeln und die Pflege der friesischen Sprache auch in Ostfriesland sei von grundlegender Bedeutung für die ostfriesische Identität. Fort verwies in diesem Zusammenhang auf die erfolgreiche Arbeit im Saterland, wo das vom Aussterben bedrohte Saterfriesisch durch Sprachkurse und Unterricht in Schulen und Kindergärten wieder in breiteren Bevölkerungsschichten verankert worden sei. Fort belegte, dass das heute noch im Saterland gesprochene Saterfriesische weitestgehend dem Friesischen entspricht, das in Ostfriesland vor der Verdrängung durch das Plattdeutsche gesprochen wurde.

Im Anschluss an den Vortrag von Marron C. Fort entspann sich eine lebhafte Aussprache über die Möglichkeiten der Sprachpflege und über Möglichkeiten der regionalen Identität.

Zum Abschluss des Abends wurden vereinbart, mit Unterstützung des "Seelter Buund", der Vereinigung der Saterfriesen, zwei neue Friesisch-Sprachkurse anzubieten. Am 1. November soll um 19.30 in Remels zunächst ein Grundkurs für Neueinsteiger beginnen, ab Februar startet dann ein weiterer Aufbaukurs in Hesel. Für beide Kurse, die jeweils über zehn Abende laufen, gab es spontan etwa ein Dutzend Anmeldungen. Weitere Interessierte können sich noch beim Friesischen Forum anmelden (Ihlower Str. 87, 26632 Simonswolde; Fax (0 49 29) 91 29 18; e-Mail: Info@FreiesFriesland.de).

● Auf der am gleichen Abend durchgeführten Jahreshauptversammlung des Friesischen Forums wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. Ihm gehören neben dem Vorsitzenden Arno Ulrichs als sein Stellvertreter Arno Rademacher (Leer) und Walter Fresemann (Westoverledingen) an.

FRL-Aufkleber jetzt auch in Ostfiesland erhältlich (29. September 2005)

Neuer Autoaufkleber soll friesische Identität betonen

Der von der "Groep fan Auwerk" (Gruppe von Aurich) aus der niederländischen Provinz Fryslan herausgegebene blaue Aufkleber für KFZ-Kennzeichen ist jetzt auch in Ostfriesland erhältlich. Das Friesische Forum nimmt dafür ab sofort Bestellungen entgegen.

Auf dem Aufkleber mit dem FRL-Symbol, das für die friesische Nation steht, sind darüberhinaus die gelben Europasterne abgebildet. Mit dem Aufkleber soll dazu beigetragen werden, "den rund 3,8 Millionen Einwohnern in Gesamtfriesland ihr Gefühl der friesischen Identität wiederzugeben und die Menschen ihrer friesischen Identität bewußt zu machen."

"Mit dem Aufkleber soll das gewachsene regionale Bewußtsein, das einen wesentlichen Pfeiler des vereinten Europas bildet, zum Ausdruck gebracht werden," so Arno Rademacher (Leer), stelvertretender Vorsitzender des Friesischen Forums.

Die wetterfesten Aufkleber können zum Stückpreis von 1 Euro direkt beim Friesischen Forum geordert werden, Anschrift Ihlower Str. 87, 26632 Simonswolde, Telefon (0 49 29) 91 29 16, Fax (0 49 29) 91 29 18, e-Mail info@FreiesFriesland.de

Friesische Organisationen fordern erneuertes Friesisches Manifest (4. September 2005)

Das Friesische Manifest, dessen 50-jähriges Jubiläum gerade am Upstalsboom bei Aurich/Ostfriesland feierlich begangen wurde, bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Dieser Auffassung ist die Friisk Foriining, die politisch aktive Sprach- und Kulturvereinigung in Nordfriesland. Unterstützt wird die Foriining vom Friesischen Forum aus Ostfriesland und der Bürgerinitiative Te Mâl aus Westfriesland (NL). Ein neu gefasster Entwurf für eine gesamtfriesische Willenserklärung wurde dem Friesenrat zur Beratung übergeben.

Die Friisk Foriining bewertet das alte Manifest als teilweise überholt. "Wir möchten gerade die nordfriesische Jugend dafür gewinnen, sich gemeinsam mit Ost- und Westfriesen zu einem neuen, gestärkten friesischen Bewusstsein zu bekennen. Obwohl für seine Zeit modern und in die Zukunft weisend hat das Friesische Manifest von 1955 leider keine durchschlagende Bedeutung gehabt, und das versuchen wir jetzt zu ändern", sagt Jörgen Jensen Hahn, Vorsitzender der Friisk Foriining. Unterstützt wird die Foriining vom Friesischen Forum aus Ostfriesland und der Bürgerinitiative Te Mâl aus Westfriesland (NL).

Die Nordfriesen wollen mit ihrer Initiative niemanden ausgrenzen, fordert jedoch den Gesamtfriesenrat auf, die friesische Sprache in den Mittelpunkt des Manifests zu stellen. "Die Menschen in West-, Ost- und Nordfriesland haben gemeinsam den Wunsch, ihre friesische Identität zu bewahren, und das wichtigste Merkmal dieser Identität ist nun mal die friesische Sprache", so der Vorsitzende der Friisk Foriining abschließend. In Ostfriesland arbeitet das Friesische Forum an einer Belebung der friesischen Sprache, unter anderem mit Sprachkursen, die gemeinsam mit der Vereinigung der Saterfriesen, dem Seelter Buund, angeboten werden.

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Der Wortlaut des Friesischen Manifests in der neuen Fassung:

Friesisches Manifest

Am Tage des fünfzigsten Jubiläums des Friesischen Manifestes verkünden Friesen aus Nord, Ost und West:

Wir fühlen, dass wir zusammengehören und als Teil Europas der sprachlichen und kulturellen Vielfalt verpflichtet sind.
Gemeinsam sind uns das Volkstum und das Bewusstsein, als Friesen einen wichtigen Beitrag zum sprachlichen und kulturellen Reichtum Europas zu leisten. Die drei Frieslande bejahen alle Bestrebungen, die zu einem gemeinsamen Europa führen. Wir gehören mehr als einem Staate an, fühlen uns aber über alles Trennende hinweg als Angehörige eines Volkes, gewohnt und gewillt, unsere friesische Sprache und Kultur zu pflegen und auszubauen.
Wir bekennen uns zu unserer friesischen Sprache, die für uns identitätsstiftend ist und die wir pflegen wollen vor allem anderen. Wir appellieren an Kindergarten, Schule, Kirche, öffentliche Verwaltung, Vereine und auch die Medien uns bei unserem Bestreben nach Förderung der friesischen Sprache zu unterstützen. Deshalb weisen wir vor allem alle staatlichen und öffentlichen Stellen darauf hin, und bitten sie, Größe und Wert dieser Aufgabe zu erkennen.
Wir bekennen uns zu einer gemeinsamen friesischen Kultur, die in unserer eigenen Sprache und unserem eigenen Volkstum wurzelt. Gemeinsam wollen wir sie pflegen. Wir fordern alle verantwortlichen Stellen auf, die kulturelle Arbeit unserer friesischen Institute und Verbände so zu fördern, dass wir Friesen in Deutschland und den Niederlanden eine dem europäischen Standard entsprechende Unterstützung erhalten.
Wir bekennen uns zu unserer gemeinsamen Arbeit. Die Friesen in Nord, Ost und West werden auch in Zukunft die Aufgabe haben, die Zusammenarbeit zu verstärken, um friesische Sprache, friesische Kultur, Wissenschaft und Schrifttum und alles schöpferische Streben zu fördern, damit die sprachliche und kulturelle Vielfalt in den Frieslanden und in Europa gestärkt wird.

 

Vorschlag für ein erneuertes Friesisches Manifest, eingebracht von der Friisk Foriining (Nordfriesland), mit Unterstützung vom Friesischen Forum (Ostfriesland) und der Bürgerinitiative Te Mâl (Westfriesland)

 

"Ostfriesen Teil der friesischen Volksgruppe" (24. Juni 2005)

Beratung des Friesischen Forums mit MdB Gitta Connemann

Die Ostfriesen gehören zur friesischen Volksgruppe in Deutschland. Deswegen ist es auch gut, dass in dem neuen Bundesausschuss für die friesische Volksgruppe ostfriesische Abgeordnete vertreten sind. Darüber war sich die Gesprächsrunde einig, zu der das Friesische Forum jetzt die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann aus Leer eingeladen hatte.

Die Leeraner Abgeordnete gehört - wie auch der Remelser Landtagsabgeordnete Ulf Thiele und der Aschendorfer Bundestagsabgeordnete Michael Goldmann - dem beim Bundesinnenministerium eingerichteten Gremium an. Der "beratende Ausschuss für Fragen der friesischen Volksgruppe beim Bundesministerium des Innern" - so die offizielle Bezeichnung - wurde in Analogie zu ähnlichen Ausschüssen für andere nationale Minderheiten wie etwa der Sorben eingerichtet. Da sich jedoch nicht alle Friesen als nationale Minderheit empfinden wurde die Begriff "friesische Volksgruppe" gewählt.

Gitta Connemann berichtete der Runde von der konstituierenden Sitzung des Ausschusses, die am 1. Juni statt fand. Der Ausschuss befasst sich mit allen Fragen, die sich für die friesische Volksgruppe in Deutschland aus der Bundespolitik ergeben. Zu der friesischen Volksgruppe sind insbesondere die Friesen in Nordfriesland und dem Saterland zu rechnen, die ihre eigenständige friesische Sprache bewahrt haben. Darüber hinaus – hier herrschte Einigkeit zwischen Gitta Connemann und den Gästen der Gesprächsrunde, darunter auch Alfred Pörschke und Heinrich Niemeyer vom "Seelter Buund" aus dem Saterland – sind jedoch auch die Ostfriesen und die Friesen in den Siedlungsbereichen bis zur Weser und im Land Wursten Bestandteil der friesischen Volksgruppe. Hier sei die friesische Ursprache zwar vom Plattdeutschen verdrängt worden, doch die ethnische Zugehörigkeit bestimme sich nicht ausschließlich über die Sprache. Die gemeinsame historische Wurzel aller Friesen sei unstrittig.

Arno Ulrichs verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Friesische Forum in den vergangenen Jahren in Kooperation mit dem "Seelter Buund" erfolgreich erste Friesisch-Sprachkurse für Ostfriesen angeboten habe. Dabei sei die historische Gemeinsamkeit von Ost- und Saterfriesen sehr deutlich zutage getreten. Connemann betonte an dieser Stelle auch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Friesenrat und der Ostfriesischen Landschaft. Insofern sei eine Unterstützung für diese Spracharbeit wünschenswert, deren Ausbau unter anderem mit Hilfe neuer Medien geplant ist. Der Sprachwissenschaftler Dr. Marron Fort verwies darauf, dass diese Arbeit nicht in Konkurrenz zu den Bemühungen etwa der Ostfriesischen Landschaft zum Erhalt des Plattdeutschen stünden. Mehrsprachigkeit werde in fast allen Regionen Europas gelebt, die Friesen hätten aber eine besondere Verantwortung für ihre eigenen sprachlichen Wurzeln, und das sei nun mal das Friesische.

Funke: "Friesische Werte wichtig für ein funktionierendes Gemeinwesen"

Pfingsten 2005: Ex-Bundeslandwirtschaftsminister sprach am Upstalsboom

Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke hat in einer Rede am Upstalsboom die Bedeutung traditioneller friesischer Werte für das heutige Gemeinwesen betont. Freiheit, Verantwortung und Gemeinschaftssinn seien auch für die heutige Gesellschaft die entscheidenden Grundlagen.

Funke sprach bei einer Kundgebung des Friesischen Forums am Dienstag dieser Woche. Mit dem Treffen wurde erinnert an die Versammlungen der freien friesischen Landgemeinden, der sieben Seelande, im Mittelalter – damals auch schon am Upstalsboom in Aurich-Rahe. Der Historiker Ubbo Emmius bezeichnete den Upstalsboom als "Altar der Friesischen Freiheit".

Funke kritisierte vor etwa 100 Zuhörern, dass die für die Friesen zentralen Begriffe wie Freiheit, Verantwortung und Gemeinschaftssinn in der jüngeren Vergangenheit aus der Mode gekommen seien. Ohne diese Werte, die den Friesen erst das Überleben an der Küste möglich gemacht hätten, würde aber auch heute die Gesellschaft auseinander fallen und keine Zukunft mehr haben. Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister forderte in seiner Rede auch dazu auf, sich wieder stärker mit der regionalen Identität auseinander zu setzen: "Ich habe nie verstanden, warum das Fach Heimatkunde in der Schule abgeschafft wurde." Gerade in einer durch Globalisierung geprägten Zeit brauchten die Menschen den Halt, der sich aus der selbstbewussten Gewissheit ihrer Herkunft ergebe.

Zum Beginn und zum Schluss der Veranstaltung intonierte Gerd Janssen aus Spekendorf auf der Trompete das Ostfrieslandlied. Außerdem stellt Wilfried Ulrich aus Norden die Hummel, ein in den friesischen Ländern weit verbreitetes historisches Saiteninstrument, vor.

Die "Jungen Wurtfriesen", eine Gruppe aus dem friesischen Land rechts der Weser, zeigten mittelalterliche Kleider und Waffen. Gleichzeitig informierten sie die Besucher - darunter auch eine Abordnung aus der Gemeinde Achtkarspelen und anderen Orten Westfriesland - über damals verbreitete Schmuckgegenstände und Frisuren.

Arno Ulrichs vom Friesischen Forum freute sich über das gewachsene Interesse an der Veranstaltung und lud die Besucher des Abends bereits zum Treffen am Dienstag nach Pfingsten im nächsten Jahr ein – auch dann treffen sich die Freien Friesen wieder am Upstalsboom.

FRY-Aufkleber jetzt erhältlich (17. September 2004)

 

Internationales Kfz-Kennzeichen wirbt für Gesamtfriesland

 

Der vom Friesischen Forum herausg